Pressestimmen
J. S. Bach: Markuspassion BWV 247
Flensburger Tageblatt, 27.04.2013
Bachs Markus-Passion als eindrucksvolle Barock-Oper
"Immer wieder gern zu Gast in der St.-Katharinen-Kirche zu Gelting ist Matthias Janz mit seinem Collegium Vocale des Flensburger Bach-Chores und dem bewährten, auf historischen Instrumenten musizierenden Concerto Farinelli. Diesmal wartete das bestens aufeinander eingespielte Team mit einem besonderen Programm auf, der 'Markus-Passion' von J. S. Bach, die – nur im Text erhalten, aber musikalisch rekonstruiert – hier zu Gehör gebracht werden sollte. Janz hatte die Fassung gewählt, in der die von Bach stammenden Arien und Choräle mit den Rezitativen und Turbae-Chören der Markus-Passion von Reinhard Keiser kombiniert wurden. Was da zu hören war, kam einer Barock-Oper gleich. ... Der Chor begann im Eingangs-Choral mit Seufzer-Motiven, dennoch im zügigen Tempo, mit großer Textverständlichkeit. In den Chorälen agierte der Chor als kommentierende Gemeinde eindrucksvoll vom zartesten Pianissimo bis zum verzweifelten Aufschrei zum Tod des Erlösers. Im Schluss-Chor wurde der barocke Überschwang noch einmal deutlich mit einem wiegenden, beinahe tänzerischen Dank an Jesus für sein Leiden, das letztlich zur Erlösung der Menschen führt. Überschwänglicher Applaus für ein eindrucksvolles Konzert."
G. F. Händel: "Saul" HWV 53
Kieler Nachrichten, 22.02.2013
"Händels Oratorium Saul kommt als machtvoller Musikkrimi daher ... Matthias Janz (hat) das Werk zusammen mit seiner schlagkräftigen Chorgemeinschaft (Flensburger Bach-Chor, Symphonischer Chor Hamburg) ... als erhaben-düsteres Klanggemälde à la Shakespeare zu musikdramatischem Leben erweckt. ... Dazu brillant herausgearbeitete Chroakszente mit packenden Ausbrüchen, wie im bedrohlichen 'Neidchor', beim Triuph des siegreichen David, im kraftvoll-geschmeidigen Schlussjubel. ..."
Flensborg Avis, 22.02.2013
Donnernder Applaus für Händels "Saul"
"Georg Friedrich Händels Oratorium 'Saul' (uraufgeführt 1739) erlebt ... eine glänzende Interpretation. ... die über 100 Chorsängerinnen und Sänger, die Orchestermusiker und nicht zuletzt die sieben Solisten (zeigten sich) in bestechender Form. ... Matthias Janz (treibt) mit kraftvoller Hand und geradezu strengem Habitus das Orchester und den Chor zu Spitzenleistungen."
J. S. Bach: "Unser Mund sei voll Lachens" BWV 110/ Weihnachtsoratorium BWV 248
Flensburger Tageblatt, 11.12.2012
Packendes Weihnachtsoratorium
"Was passt besser zur Weihnachtszeit als Johann Sebastian Bachs festliche Kantate 'Unser Mund sei voll Lachens'? Matthias Janz und seine bewährten Bach-Ensembles kombinierten diese mit einer französischen Glanzouvertüre eingeleitete Weihnachtskantate mit dem noch berühmteren Weihnachtsoratorium (Kantaten 1-3) zu einem jubilierenden Geburtstagsständchen für das Jesuskind als den kommenden König.
Dabei hatte Bach in beiden Fällen mit virtuos gehandhabtem 'Parodieverfahren' auf ältere Kompositionen zurückgegriffen, die ihm einer Zweitverwertung wert erschienen. So adaptierte er den Eingangssatz seiner D-Dur Ouvertüre zum kraftvollen Entrée des ausladenden Eingangschorus, den Janz unter frohgemutem Geschmetter von Pauken und Trompeten vom Gesamtensemble zupackend und festlich musizieren ließ. Dieser musikantische Ansatz wurde bruchlos beibehalten, als das brillante 'Jauchzet, frohlocket' mit scharf akzentuierter Pauke und pointiertem Bläserglanz festtägliche Freude unmittelbar spürbar machte. Es gelang, den Anfangsschwung bis zum 'frohlockenden Preisen' des Abschlusschores beizubehalten, was sich auch unmittelbar auf Verve und Eloquenz der vier fein aufeinander abgestimmten Solisten übertrug. ...
Vorzüglich die zahlreichen Instrumental-Soli, präsent, stimmgewaltig und dynamisch flexibel der homogen ausbalancierte Bach-Chor, den Matthias Janz zu belebtem Ausmusizieren und herzhafter Attacke animierte. Eine packende, runde, niveauvolle Interpretation voller ansteckender Musizierlust!"
L. van Beethoven: Missa solemnis op. 123
Kieler Nachrichten, 18.11.2012
" ... die Aufführung am Sonnabend im gut besuchten Deutschen Haus Flensburg wurde zum Triumph einer präzisen, klangschönen und aussagekräftigen Chorarbeit. Kirchenmusikdirektor Janz und seine Chöre hielten sich erstaunlich genau an Beethovens Partiturvorgaben, vollzogen die plötzlichen Kontraste, Akzente und Schweller in der Dynamik penibel mit. Im Verein mit einer vorbildlich präsenten Aussprache wurde das textnah vertonte Spektrum der Stimmungen souverän nachgezeichnet. Die heilsgewisse Wärme gleich im Kyrie oder im Et incarnatus-Adagio stand genauso plastisch vor Ohren wie mancher Cruxifixus-Schmerz, die Osanna-Freude oder das panische Schreckensstammeln und die innige Friedensbitte, wenn Beethoven im Agnus Dei plötzlich bedrohlich die Waffen klirren lässt.
Bewundernswert auch die kontrollierte Ökonomie, mit der technische Hürden genommen wurden: Die im wahrsten Sinne atemberaubenden Wellen der Gloria-Fuge gelangen genauso zwingend wie das heikle Festhalten des Et vitam venturi-Pendants."
Flensburger Tageblatt, 19.11.2012
"Aus diesem Geiste eines Ringens um Klarheit heraus gelang Janz, seinen Chören (Symphonischer Chor Hamburg und Flensburger Bach-Chor), dem Sønderjyllands Symfoniorkester sowie hochkarätigen Solisten ... eine exemplarische Interpretation voller Leidenschaft, durchgehend hoher Präzision und elastischer Durchhörbarkeit. ... Pointierte Akzentuierungen, exstatische Ausbrüche, ein reiches Spektrum an Klangfarben und Abschattierungen, all dies stand den packend aufspielenden Sinfonikern und vorzüglich agierenden wie reagierenden Chören reichlich zu Gebote."
Flensborg Avis, 20.11.2012
Imponerende messe
"... Det Tyske Hus (var) netop fyldt, da Flensborgs eget Bach Chor sammen med Symphonischer Chor Hamburg, fire sangsolister og Sønderjyllands Symfoniorkester under ledelse af 'Mester Matthias Janz' kastede sig ud i en absolut vellykket fremførelse af værket. ... de store kor (klarede) strabadserne overbevisende."
J. S. Bach: Matthäuspassion BWV 244
Flensburger Tageblatt, 10.04.2012
"Wenn Bachs Matthäus-Passion gelegentlich als eher besinnliches Gegenstück zur dramatischer angelegten Johannes-Passion empfunden wird, scheint Matthias Janz dieses Bach’sche Gipfelwerk von Mal zu Mal deutlicher von musiktheatralischer Seite her zu betrachten. ... Basis dieser Musikdramaturgie war der Einsatz des famosen 'Concerto Farinelli' mit seinem historischen Instrumentarium. Der insgesamt gedämpfte Gesamtklang bezog eine besondere Faszination aus dem aufgerauht-spröden Streicherklang, der archaischen anmutenden Exotik der alten 'Oboe da caccia' sowie den pikanten Kontrasten zwischen zart-verwehtem Holzflötenbalsam und energisch-kantigem Zugriff der virtuos gespielten 'Viola da gamba' - unvergesslich der wilde instrumentale Furor beim Zerreißen des Vorhangs im Tempel! Dass der gewaltige Chor bei vollendeter Werkkenntnis die Bach’schen Wechselbäder von tränenvoller Schwermut, geiferndem Hass zu schmerzlicher Totenklage in stimmlicher Perfektion meisterte, versteht sich von selbst - beängstigend naturalistisch der massierter Doppelchor mit seinem brutal-disharmonische 'Barrabas-Schrei'! Glockengeläut anstelle verdienter Ovationen!"
F. Mendelssohn Bartholdy: Elias
Flensburger Tageblatt, 09.03.2012
"... Der Chor ... entfaltet eine enorme klangliche Bandbreite. Dem in Tausenden von Wunschkonzerten längst zur Strecke gebrachten 'Denn er hat seinen Engeln' hauchen die Sänger mit munterem Tempo und delikater Leichtigkeit neues Leben ein. ... Mit dem triumphal präsentierten Schlusschor 'Alsdann wird euer Licht hervorbrechen' endet die Aufführung. ..."
Kieler Nachrichten, 09.03.2012
"... Die stattliche Chorgemeinschaft (Symphonischer Chor Hamburg und Flensburger Bach-Chor) realisierte die Abstufungen von den Kraftakzenten der dramatischen Szenen zum 'sanften Säuseln' bis zur ehernen Klangpracht der Schlussfuge in scheinbar gelassener Vollkommenheit. ..."
Dithmarscher Landeszeitung, 09.03.2012
"Es ist jedes Mal wieder überwältigend, wenn ein großer Chor sich im Dom von den Plätzen erhebt und die ersten Takte singt. 'Hilf, Herr!' erklang es laut und flehentlich am Donnerstagabend, als die rund einhundert Sänger und Sängerinnen des Flensburger Bach-Chores und des Symphonischen Chores Hamburg mit ihrer Interpretation des Elias-Oratoriums von Felix Mendelssohn-Bartholdy begannen. Das Schleswig- Holsteinische Sinfonieorchester begleitete den Chor, der im Wechsel und zusammen mit hervorragenden Solisten die dramatische Geschichte des alttestamentarischen Propheten nicht nur hör-, sondern zum Teil auch spürbar machten. Ein von Matthias Janz einstudiertes Konzerterlebnis mit Gänsehaut-Garantie."
J. S. Bach: Kantate "Christen, ätzet diesen Tag" BWV 63/Weihnachtsoratorium BWV 248
Flensburger Tageblatt, 06.12.2011
"... 'Christen, ätzet diesen Tag', 20 Jahre vor dem Weihnachtsoratorium in Weimar entstanden, verströmt in opulentester Orchesterbesetzung und vielchöriger Klangfarbigkeit einen vibrierenden Jubelbarock, dem sich damals wie heute wohl kaum ein Hörer entziehen kann.
Der satt und ausgeglichen besetzte Bach-Chor sowie das glanzvoll aufspielende Bach-Ensemble ließen sich bei diesem 'Entrée' nicht lange bitten und musizierten Bachs genialen Jugendstreich mit angemessener Eindringlichkeit und festlicher Bravour. ... Den musikdramatischen Schwung aus der finalen Doppelfuge dieses Jugendwerks nahm der Chor gleich mit in den viril auftrumpfenden Eingangschor 'Jauchzet, frohlocket' des Weihnachtsoratoriums. Exakt in diesem Spannungsfeld zwischen mitreißendem Freudentaumel und nachdenklicher Kontemplation entfalteten die sicht- und hörbar engagierten Musiker und Sänger die unendliche Vielfalt des Bach’schen Genius’."
J. Brahms: Nänie op. 82 und Alt-Rhapsodie op. 53/W. A. Mozart: Missa c-moll KV 27
Flensburger Tageblatt, 21.11.2011
"... 'Nänie', ein autobiographisch begründeter Klagegesang zum Schillerwort 'von der Vergänglichkeit des Schönen', begreift sich als melancholisch-leises Werk voller abschattierter Klangwirkungen, die vom groß besetzten Bach-Chor in konzentrierter Zurücknahme bei peinlicher Beachtung der feindynamischen Vorschriften zu einem ergreifenden Abgesang auf alles Vergängliche gestaltet wurden. ...
Die weltabgewandte 'Alt-Rhapsodie' mit ihrem Seelenschmerz ... atmet eine ähnlich endzeitliche Trauerstimmung, verstärkt durch den konsequenten Verzicht auf das hohe Stimmfach. So grundierten die Männerstimmen der Chores in hymnischer Kantabilität das Lamento der Solo-Altistin (Julia Skripnik), während das wiederum verhalten sekundierende Orchester mit schmerzumfluteten Seufzerfiguren und dezent formulierten Akzentuierungen im raunenden Pianissimo glänzte. ...
So wirkte diese Sicht in Richtung barocker 'Missa concertata' überraschend bedeutungsschwer, was sich von den hochemotionalen Eingangstakten des Orchesters über endzeitliche Posaunen und die bohrende Unerbittlichkeit des Kyrie wie ein roter Faden bis zum finalen 8-stimmigen Doppelchor des prachtvollen Sanctus fortsetzte. In dieses interpretatorische Gesamtbild passte vorzüglich das Solistenquartett mit den Sopranistinnen Johanna Winkel und Hanna Zumsande, dem Tenor Manuel König und sowie York Felix Speer, Bass."
G. Kretzschmar: Max und Moritz
Flensburger Tageblatt, 13.09.2011
"Kinder, Kinder, Kinder auf der Bühne und im Publikum - so sollte es sein bei einer Aufführung der 'Kinderkantate nach Wilhelm Busch'. ...
Von Flöte und Cello untermalt, besang die Kinderschar die Tränen der Witwe Bolte um ihre Hühner und das Bellen des unschuldigen kleinen Spitzes, Schneider Böcks Sturz in den Bach und den wilden Aufschrei von Onkel Fritz, dem einer der ins Bett praktizierten Maikäfer in die Nase kneift. Das gewaltige Schlagwerk gab sein Bestes, als Lehrer Hempels Meerschaumpfeife explodierte. Immer wieder las Matthias Janz, anscheinend ganz in seinem Element, Passagen aus dieser Wilhelm-Busch-Geschichte vor, genoss es sichtlich, dass immer mehr Kinder von ihren Stühlen rutschten und sich atemlos lauschend zu seinen Füßen versammelten.
Als endlich das bekannte schlimme Ende für die 'zwei Bösewichter' kam, der letzte Ton verklungen war, strahlten ringsumher nicht nur die Kinderaugen.
Um die musikalische Zukunft unserer Kinder braucht man sich wohl keine Sorgen zu machen. Viel verdienter Beifall für alle Mitwirkenden und diese wunderbare Idee und ihre Umsetzung."
G. F. Händel: Israel in Egypt
Flensburger Tageblatt, 28.06.2011
"Kirchenmusikdirektor Matthias Janz und ein prächtiges Großaufgebot seiner vokalen und instrumentalen Mitstreiter nahmen sich dieses in vielen Punkten ungewöhnlichen Werkes an, das in einer gewaltigen Steigerung die alttestamentarische Genesis des jüdischen Volkes von der Drangsal der ägyptischen Gefangenschaft über die illustrative Darstellung der berühmten Plagen bis zum finalen Dankesjubel nachzeichnet.
... dieser erste Teil (überraschte) durch seinen asketisch-herben, kontemplativen Trauer-Charakter, der ohne jede Bläser-Fulminanz auskommt. Das reine Bibelwort als Text – dazu der unerwartete Verzicht auf Dramatik: Für den opulent besetzten Bach-Chor eine famose Gelegenheit, mit feinen dynamischen Schattierungen, ausbalancierter Pianokultur, sauberer Diktion ein stimmungsprägendes Lamento zu imaginieren. Die Attacke kam im zweiten Teil aus dem Orchester: Das historisch orientierte 'Concerto Farinelli' entfachte bei der drastischen Schilderung der Heimsuchungen Ägyptens ein wahres Feuerwerk an virilem Ungestüm, alttestamentarischer Brutalität und instrumentaler Attacke: als 'coup de musique' das widerwärtig-präzise Gesurre der Stechmücken in den auf den Punkt präsenten Barockviolinen! Im Flensburger Bach-Chor ließ man sich da nicht lumpen, exerzierte das Fugatogewirr quer durch alle Fallstricke der verwirrenden Doppelchörigkeit und verlor selbst bei aberwitzig flotten Sequenzen und Laufgirlanden weder Übersicht noch Contenance. ...
Eine echte Bereicherung des Oratorien-Repertoires, jetzt auch für Flensburg!"
J. S. Bach: Johannespassion BWV 245
Flensburger Tageblatt, 23.04.2011
Eine mitreißende „Johannes-Passion“
"... die Zuhörer in der vollbesetzten St. Katharinenkirche zu Gelting zog am Abend dieses Gründonnerstags die Leidensgeschichte Christi einmal mehr in ihren Bann. Das von Bach auf einzigartige Weise vertonte Passionsgeschehen erfuhr unter der Lesart des erfahrenen und charismatischen Matthias Janz bei den idealen akustischen Bedingungen dieses klassizistisch-festlichen Sakralraumes eine ebenso berührende wie packende Wiedergabe. War das bestens eingestimmte Collegium Vocale des Flensburger Bach-Chores eben noch als Stimme der Gemeinde zu vernehmen, die das Geschehen eher meditativ kommentiert, mutierte es als Turba-Chor gleich darauf zur explosiv-geifernden Straßenmob, der beinahe hysterisch Jesu Kreuzigung verlangt. ... Immer wieder verblüffend Bachs geniale musiktheatralische Umsetzung, die auch diese Aufführung so mitreißend und faszinierend machte. Davon konnten sich auch gestern, am Karfreitag, die Zuhörer in der St. Marienkirche zu Flensburg überzeugen."
A. Dvorak: Stabat mater
Flensburger Tageblatt, 15.04.2011
"Beim Gemeinschaftskonzert des Flensburger Bach-Chors mit dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester unter der Leitung von Matthias Janz kann man sich in ... von der tröstenden Kraft in Dvoraks Musik berühren lassen – und ein Ensemble bewundern, dessen Präzision, Klangbalance und dynamische Kraft ihresgleichen suchen. Der stockende Beginn der Tenöre im Kopfsatz, die lang ausgelegten Crescendo-Passagen, die zarten Frauenstimmen in 'Virgo virginum praeclara' oder die monumentale Chorgewalt im Schlusssatz – stets nehmen die Singenden für sich ein. ... Langer, herzlicher Beifall im Deutschen Haus in Flensburg"
Jahresschlusskonzert 2010
Flensburger Tageblatt, 04.01.2011
Bach-Chor verabschiedet altes Jahr mit Konzert-Höhepunk
"Mit einem programmatisch vielschichtigen, schwungvoll-vergnüglichen Konzert verabschiedeten Matthias Janz und die Seinen das alte Jahr – für manchen Hörer sicher prägnanter Höhepunkt einer gedrängten Konzertfolge, den dieses wandlungsfähige Ensemble in den letzten Wochen ohne hörbare Ermüdungserscheinungen absolviert hat. Janz wählte für sein klein besetztes 'Collegium vocale' des Flensburger Bach-Chores mit dem „Concerto Farinelli“ einen idealen Orchesterpartner: Das glasklar zeichnende, historische Instrumentarium passte vorzüglich zu den blitzsauber und wendig agierenden Choristen ..."
Weihnachtskonzert 2010
Flensburger Tageblatt, 21.12.2010
"Wenn man 'alle Jahr wieder' die Leistungsfähigkeit des Flensburger Bach-Chores beim beliebten Weihnachtskonzert in St. Marien bestaunen darf, so wird dem Konzertbesucher dort in Praxis vor Augen geführt, was die 'Geheimnisse' dieses Könnens und der künstlerischen Erfolge sein könnten: unermüdliche Aufbau-Arbeit, breitgefächert-ernsthafte Probenkontinuität, allseitige Freude an den nicht unerheblichen Herausforderungen. ... Beispiel für die differenzierende Wandlungsfähigkeit des Bach-Chores: Jan Friedrich Rambs raffinierter vier-stimmiger Satz aus unseren Tagen zu 'Vom Himmel hoch o Englein kommt'. Vocale Süße bei allerlei harmonischen Reibungen und Querständen, zarteste Pianoabstufungen im Kontext eines dichten Stimmengeflechts impressionistisch anmutender Jenseitigkeit – ein Fest für alle Liebhaber exquisiten Chorgesanges!"
J. S. Bach: Magnificat BWV 243/Weihnachtsoratorium BWV 248
Flensburger Tageblatt, 07.12.2010
"In der vollbesetzten St. Marienkirche zelebrierte Matthias Janz mit seinen Ensembles eine jubelnd-dahinstürmende Umsetzung von Weihnachtsmusiken Johann Sebastian Bachs, in deren Zentrum natürlich die traditionelle Aufführung des Weihnachtsoratoriums (BWV 248, 1-3) zu stehen hatte. ... Die zahlreichen Instrumentalsoli kamen entsprechend frisch und anmutig daher, der Bach-Chor schien sich in leichtfüßiger Grazie selbst zu befeuern, für fast zu dominante Glanzlichter sorgte das brillante Trompetenensemble André Schoch. ... Gotteslob und Weihnachtswunder in Bach’scher Manier, zupackend und ganz diesseitig musiziert als sinnstiftende Einstimmung auf das fröhlichste aller Feste."
R. Schumann: Requiem/J. Brahms: Ein deutsches Requiem
Flensburger Tageblatt, 22.11.2010
Brahms und Schumann: Bach-Chor mit satter Opulenz
"Janz hatte seinen deutlich verjüngten Bach-Chor auf balsamische Kompaktheit eingeschworen, mied mit diesem vorzüglichen Klangkörper vokale Schärfen und allzu eruptive Dynamikwechsel zugunsten allzeit satter Stimm-Opulenz und ergreifender Emotionalisierung. ... Insgesamt die konsequente Interpretation einer 'Seligpreisung der Leidtragenden', die an diesem Abend mehr dem Leid denn einem seligen Jubel zugewandt schien."
Jyllandsposten, 21.11.2010
"Koncerten begyndte med Schumanns indadvendte requiem, der kræver sans for detaljen og de små nuancer - ikke mindst i koret. Flensburger Bach-Chor løste opgaven godt. ... I værkets hovedsats 'Qui Mariam absolvisti' hørte vi en af musikhistoriens mest lyriske afslutninger i det langstrakte 'Amen' - perfekt og smukt."
F. Mendelssohn Bartholdy: Paulus
Flensburger Tageblatt, 07.05.2010
"... Janz befeuerte seine Choristen zu machtvollen Jubelchören, ließ die tatsächliche Klasse seines vokalen Riesenapparats vor allem in den zahlreichen sentimental-filigranen Pianissimo-Passagen aufleuchten. Und dann der rasende Tutti-Jubel im virtuosen Chorsatz 'Mache dich auf, werde Licht': suggestiver Orchesterfuror, vertrackte Fugati, eherne Finalakkorde im satten Dur-Fortissimo – Mendelssohn als versierter Bühnendramatiker des 19. Jahrhunderts. ... Uneingeschränkter Jubel für eine gelungene Reanimierung dieses Harmonie-gesättigten Meisterwerks"
Die Welt, 04.05.2010
"... Um zu verstehen, warum die Aufführung des Paulus-Oratoriums ... in der Laeiszhalle zum Ereignis wurde, muss man wissen: Sangesfreudige Liebhaber zu einem Chorinstrument zu schmieden, das weniger durch Masse als durch Klasse beeindruckt, bedarf es eines Leiters, dem es um einen schlanken Chorklang geht. ... Matthias Janz, Ziehvater des Flensburger Bach-Chores ... ist der rechte Mann an der richtigen Stelle. ...
Geradezu Himmel aufreißend der von einem mächtigen Orchester-Crescendo vorbereitete Chorsatz 'Mache dich auf! Werde Licht!'. Beängstigend das verschlungene ... Fugato der Finsternis, bevor die Herrlichkeit aufstrahlt und in den Choral 'Wachet auf, ruft uns die Stimme' einströmt. Unheil drohend das Geraune der wetterwendischen Glaubengenossen des Paulus, das paukendonnernde 'Weg mit ihm!' - bevor sich über gedämpften Orchesterstimmen der Choral 'O Jesu Christe, wahres Licht' erhebt. ..."
J. S. Bach: Matthäus-Passion BWV 244
Flensburger Tageblatt, 06.04.2010
Bachs Inferno: Suggestive Matthäus-Passion
"Die spekulative Frage, ob Thomaskantor Johann Sebastian Bach unter anderen Lebensumständen nicht auch ein grandioser Opernkomponist geworden wäre, drängt sich dem Hörer immer dann auf, wenn er spannungsvolle Aufführungen seiner Passionen erlebt, die bewusst das Dramatische des Golgatha-Geschehens in den Interpretations-Fokus stellen. So geschehen bei der jüngsten Wiedergabe der Matthäus-Passion durch Matthias Janz und sein Bach-Ensemble in der voll besetzten Marienkirche: geistliches Musiktheater pur weitab aller betulichen Larmoyanz! ... So viel künstlerische Potenz und Agilität wirkte naturgemäß stimulierend auf das bewährte Bach-Ensemble und die stimmgewaltigen Bach-Chöre: von Schwermut, Angst und Trauer bis zu schlichtem Gottvertrauen und Zuversicht war alles präsent – Furcht erregend das infernalische Gekeife des entfesselten Mobs in den apokalyptischen Turba-Chören: Dantes Inferno à la maniera J.S.Bach!"
Messiah
Flensburger Tageblatt, 02.01.2010
Packendes Musiktheater zum Jahresabschluss
"Verhalten, locker und geradezu entspannt der Einstieg, stählern-strahlend der Halleluja-Jubel zum paukenumtosten Schluss: eine schlüssige und effektvolle Sicht auf Händels 'Messiah-Halleluja', das Matthias Janz im Jahresabschlusskonzert im Deutschen Haus sogar als Dreingabe wiederholen musste. ... Dabei konnte die perfekt funktionierende Chorgemeinschaft ('Filharmonisk Kor Odense' und 'Flensburger Bach-Chor') durchaus mit fokussierter Stimmgewalt imponieren, überzeugte aber vor allem mit präzise-ziselierten Fugati und blitzsauberen Koloratur-Sequenzen quer durch alle Stimmgruppen – diese Chöre klangen ausgewogen, verfügten über sonore Tiefe, fein gestaffelte Mittelstimmen und einen intonationssicheren Sopran mit imponierenden Spitzentönen. ..."
Weihnachtskonzert 2009
Flensburger Tageblatt, 22.12.2009
"... Tradition wird bei Matthias Janz zur unverzichtbaren Basis gründlicher Chorarbeit, die in dem gleichmäßig hohen Niveau seiner renommierten Konzertchöre schönste Ergebnisse zeitigt. Keimzelle dieser schätzenswerten Entwicklung ist sorgfältigste Jugendarbeit, mit der Janz seinen musikalischen Nachwuchs auf anspruchsvolles Repertoire vorbereitet: die hörbaren Ergebnisse sind immer wieder erstaunlich.
So wurden den Hörern in der ausverkauften Marienkirche altvertrautes Liedgut zum weihnachtlichen Heilsgeschehen in immer neuen Varianten und Besetzungen geboten: Kinderchor und Jugendkantorei mit anrührend-schlichten Hirten- und Engelschören, Kanons im Dialog mit der Hörergemeinde und die sich sicher präsentierende Jugendkantorei mit einer fein musizierten 'Missa breve' von Charles Gounod. Federnd und gelöst der kurze Ausflug in internationales Liedgut, perfekt und ausgewogen der Eingangs- und Schlussblock mit anspruchsvollen Chorsätzen aus fünf Jahrhunderten, die der Bach-Chor mit einem zügig und dynamisch spannend musizierten 'Stille Nacht' ausklingen ließ.
Entgegen dem allgemeinen Trend braucht man sich um die Zukunft des Flensburger Bach-Chores also keine Sorgen zu machen ..."
J. S. Bach: Weihnachtsoratorium BWV 248
Flensburger Tageblatt, 08.12.2009
"Zu den musikalischen Festtagsritualen rund ums Christfest gehört zweifelsohne die Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium ... Mit festtäglichem Schwung und dynamischem Elan stürzten sich Matthias Janz und seine bewährten Ensembles in diesen musikalischen Kosmos ... Bei aller Traditionspflege: Es gab in St. Marien eine hörenswerte Novität zu erleben, da der wie immer wohlklingende Bach-Chor in den Kantaten 4-6 durch das klein besetzte „Collegium vocale“ ersetzt wurde, was diesem Abschnitt einen schlankeren, aber dramatischeren Charakter verlieh. Janz gruppierte ein junges Solistenteam rund um den erfahrenen York Felix Speer und inspirierte Chor und Orchester zu differenzierter Agilität und dynamischer Feinabstimmung. ..."
Frieden: Purcell - Vaughan Williams - Haydn
Flensburger Tageblatt, 16.11.2009
"Ins Jenseitige zielende Hoffnung auf Frieden im Widerschein des erschütternden Grauens der Weltkriege: Ralph Vaughan Williams narrativ-emotionsgeladene Musiksprache seiner 1936 entstandenen Kantate „Dona nobis pacem“ war bei Matthias Janz und seinen klangintensiven Riesenensembles bestens aufgehoben. ... Vaughan Williams spätromantischer, komplexer Friedensappell in seiner variantenreichen Klangfülle voller dynamischer Abstufungen und instrumentaler Effekte hält die Balance zwischen dringlich-zagendem Hoffen (balsamisch zart Johanna Winkels irrisierender Sphären-Sopran), chorisch formulierter Angst und Zuversicht (satt, präzise und präsent das ausgewogene Chorplenum) und einem unerbittlich voranschreitenden Vernichtungsinferno (unter dem Diktat suggestiv-ätzender Militärrhythmik). Matthias Janz gelangen hier wundervolle Übergänge, delikat formulierte Chorpassagen und ein dosiert-martialisches Orchestertutti von beängstigender Eindringlichkeit. Diese durchdachte Interpretation atmete bis zum ätherisch ausgekosteten Pianissimo-Finale die Furcht kollektiven Ausgeliefertseins, tief empfundenes Grauen vor omnipräsenter Kriegs-Hybris und eine letztlich zeitlose Sehnsucht nach Frieden!"
